Welche Rolle spielt die Fiskalpolitik in der Gestaltung des Wohnungsmarkts? Um diese Frage zu beantworten, hat Dezernat Zukunft einen
Datensatz zur Fiskalgeschichte der deutschen Wohnraumförderung seit 1965 erstellt. Das Ergebnis: Die Schwerpunkte der Wohnungspolitik haben sich grundlegend verschoben. Aktuell unterstützen 80 % der Mittel einkommensschwache Haushalte dabei, ihre Wohnkosten zu bezahlen (Subjektförderung). Nur 20 % fließen in Bau, Modernisierung oder Erwerb von Wohnraum (Objektförderung). Früher war das Verhältnis umgekehrt.
Bund und Länder gestalten mit einer Reihe verschiedener Fiskalinstrumente den Wohnungsmarkt mit. Die Wirkung der Fiskalpolitik lässt sich nur nachvollziehen, wenn diese Instrumente einzeln betrachtet werden. Die wohnungs- wie sozialpolitische Bedeutung von sozialem Wohnungsbau unterscheidet sich deutlich von staatlichen Fördermaßnahmen für den Erwerb von Wohneigentum oder für klimafreundlichen Neubau. Für die Länder - eine entscheidende Ebene der (bundes-)deutschen Wohnungspolitik – fehlen genau diese Förderdaten.
An dieser Lücke setzt das Masterarbeitsprojekt an. Im Mittelpunkt steht die systematische Analyse historischer Länderhaushalte. Du erstellst einen neuen Datensatz, indem du die relevanten Haushaltspläne digitalisierst und auswertest. Auf dieser Grundlage untersuchst du, wie sich die Förderprioritäten der Länder historisch verändert haben und wie das auf die heutige Wohnungspolitik einzahlt.